Wasserlinse: Wachstum, Pflege und Kontrolle im Teich
Wasserlinsen bilden auf ruhigen Teichen oft einen grünen Teppich aus winzigen, frei schwimmenden Pflänzchen. „Wasserlinse“ ist dabei ein Sammelname: Im Gartenteich können mehrere Arten vorkommen, darunter die Kleine Wasserlinse (Lemna minor). Ohne genaue Untersuchung lassen sie sich leicht verwechseln. Für die Pflege ist vor allem wichtig, dass Wasserlinsen sich rasch vermehren und eine geschlossene Decke andere Wasserpflanzen beschatten kann.
Wasserlinse, Schwimmpflanze mit kleinen Blättern und langen Wurzeln
Foto: Teichbau-Profi
Woran erkennt man Wasserlinsen?
Die einzelnen Pflanzkörper sind nur wenige Millimeter groß. Sie sehen wie flache, rundliche bis ovale grüne Plättchen aus und treiben an der Wasseroberfläche. An der Unterseite hängt bei vielen Arten eine feine Wurzel ins Wasser. Stängel und typische Blätter wie bei größeren Pflanzen fehlen; neue Pflänzchen entstehen meist durch seitliches Sprossen. So wächst aus wenigen eingeschleppten Exemplaren in günstigen Bedingungen schnell ein sichtbarer Bestand.
Die Kleine Wasserlinse trägt gewöhnlich eine einzelne Wurzel pro Pflanzkörper. Andere Wasserlinsen können größer sein, mehrere Wurzeln besitzen oder anders geformte Pflanzkörper bilden. Auch die wurzellose Zwergwasserlinse gehört zu dieser Gruppe. Eine sichere Artbestimmung erfordert daher einen genauen Blick, oft mit Lupe. Die Bezeichnung „Entengrütze“ wird umgangssprachlich für Wasserlinsen verwendet und ist keine eindeutige botanische Artangabe.
Standort und Einsatz im Gartenteich
Wasserlinsen schwimmen frei; sie werden nicht in einen Pflanzkorb gesetzt und brauchen keine Pflanzerde. Sie gedeihen besonders gut in nährstoffreichem, ruhigem oder langsam bewegtem Wasser. Sonnige bis halbschattige Bereiche sind geeignet. In einem Teich mit starkem Oberflächenstrom sammeln sich die Pflänzchen häufig in windgeschützten Ecken oder werden an den Rand gedrängt. Eine Pumpe schließt Wasserlinsen also nicht grundsätzlich aus, kann ihre Verteilung aber beeinflussen.
Als frei treibende Pflanze eignen sie sich für Teiche, in denen ein wechselnder Bestand toleriert und regelmäßig kontrolliert werden kann. Wer eine freie Wasseroberfläche, ausreichend Licht für Unterwasserpflanzen oder einen klar gestalteten Schwimmbereich erhalten möchte, sollte Wasserlinsen nur sehr sparsam einbringen. Sie sind keine verlässliche Maßnahme zur Wasserklärung und ersetzen weder passende Teichpflege noch eine funktionierende Filtertechnik. Mehr Hinweise zur Auswahl unterschiedlicher Arten gibt es in der Übersicht der Teichpflanzen.
Wachstum begrenzen und Bestand entfernen
Wärme, Licht und reichlich gelöste Nährstoffe begünstigen die Vermehrung. Eine dicke, geschlossene Pflanzendecke kann darunterliegenden Wasserpflanzen Licht nehmen und den Gasaustausch an der Oberfläche einschränken. Deshalb lohnt es sich, den Bestand regelmäßig zu beobachten, statt erst bei vollständiger Bedeckung einzugreifen.
Überschüssige Pflanzen lassen sich mit einem feinen Kescher oder einer flachen Schöpfkelle abnehmen. Arbeite abschnittsweise und lasse einen Teil des Bestands stehen, wenn Wasserlinsen erwünscht sind. Beim Abschöpfen sollten Tiere, Laich und andere Pflanzen möglichst geschont werden. Das entnommene Material lässt man am Teichrand kurz abtropfen und kontrolliert es auf kleine Wassertiere, bevor es vom Gewässer entfernt wird. Gib Wasserlinsen nicht in andere Teiche, Gräben oder natürliche Gewässer: Schon kleine Pflanzenteile können weiterwachsen. Auch Kompost oder Entsorgung sollten so erfolgen, dass kein Material zurück ins Wasser gespült wird.
Bei dauerhaft sehr starkem Wachstum ist es sinnvoll, mögliche Nährstoffeinträge zu prüfen: etwa nährstoffreiches Zulaufwasser, Dünger, Fischfutterreste oder liegen gebliebenes Laub. Entferne Laub und abgestorbene Pflanzenteile maßvoll und vermeide unnötige Düngung. Ein vollständiges Ausrotten ist meist weder nötig noch dauerhaft erreichbar, weil Wasserlinsen auch durch Wasservögel oder an Pflanzen und Geräten in den Teich gelangen können.
Überwinterung und Pflege
Wasserlinsen sind ausdauernde Wasserpflanzen. Bei der Kleinen Wasserlinse können sich Pflanzkörper im Herbst verändern und zum Überwintern absinken; im Frühjahr erscheinen wieder schwimmende Triebe. Die Einzelheiten unterscheiden sich jedoch zwischen den Arten. Eine allgemeine Aussage, jede Wasserlinse bilde dieselben Winterknospen, wäre daher nicht zutreffend. Zusätzlichen Frostschutz oder Dünger benötigt ein etablierter Bestand normalerweise nicht.
Im Aquarium können Wasserlinsen ebenfalls wachsen. Dort sollte man bedenken, dass sie Licht für Pflanzen unter der Oberfläche abfangen und sich in nährstoffreichem Wasser schnell ausbreiten können. Regelmäßiges Ausdünnen hält die Oberfläche offen. In kleinen Gefäßen wie einem Wasserglas schwanken Temperatur und Wasserqualität rasch; für eine dauerhaft stabile Kultur ist ein geeignetes, eingerichtetes Becken besser.
Wasserlinse im Überblick
- Wuchsform: frei schwimmende, wenige Millimeter große Pflanzkörper, bei vielen Arten mit feiner Unterwasserwurzel
- Standort: ruhiges bis langsam bewegtes, sonniges bis halbschattiges Wasser
- Vermehrung: überwiegend durch seitliche Sprossung
- Pflege: Bestand kontrollieren und bei Bedarf mit Kescher ausdünnen
- Wichtig: nicht in andere Gewässer ausbringen; dichte Decken können Unterwasserpflanzen beschatten
Häufige Fragen zu Wasserlinsen
Sind Wasserlinsen für jeden Teich geeignet?
Sie passen vor allem in ruhige Teiche, in denen ein frei treibender und regelmäßig zu kontrollierender Bestand erwünscht ist. In stark bewegtem Wasser werden sie verdriftet oder sammeln sich in geschützten Bereichen.
Wie verhindere ich, dass Wasserlinsen den ganzen Teich bedecken?
Schöpfe regelmäßig einen Teil ab und achte auf vermeidbare Nährstoffeinträge. Bei kleinen Teichen hilft häufige Kontrolle, bevor sich eine geschlossene Decke bildet.
Sind Wasserlinsen dasselbe wie die Kleine Wasserlinse?
Nein. „Wasserlinsen“ bezeichnet eine Gruppe verschiedener kleiner Schwimmpflanzen. Lemna minor ist eine davon; für die genaue Bestimmung können Wurzeln, Form und weitere Merkmale wichtig sein.
Kann ich abgeschöpfte Wasserlinsen in einen Bach geben?
Nein. Pflanzenmaterial gehört nicht in natürliche oder fremde Gewässer, da es sich dort weiterverbreiten kann. Lass es abtropfen, prüfe es auf Tiere und entsorge es so, dass nichts zurück ins Wasser gelangt.