Teich Algen
Algen im Teich. Algen behindern die Sicht auf unsere Fische im Teich.

Algen im Teich

Die meisten Algen im Teich sind unerwünscht. Viele Algenarten sind unansehnlich im Teich. Algen bilden sich immer dann verstärkt, wenn das Nährstoffangebot und die Lebensbedingungen für Pflanzen und damit auch für die Algen gut sind.

Algen sind keine Pflanzen im engeren Sinne. Manche, so z.B. die Blaualge, sind Bakterien. Algen haben alle Lebensräume erobert auch wenn wir sie hauptsächlich mit dem Lebensraum Wasser in Verbindung bringen. Im Teich stören uns hauptsächlich 2 Arten von Algen: Die frei im Wasser schwebenden Einzelligen oder in kleinen Zellverbünden lebenden(Schwebealgen, die das Wasser im Teich braun oder grün verfärben. Und die fadenbildenden Algen, die mehr oder weniger feste, fadenförmige Strukturen bilden (Fadenalgen). Diese Fadenalgen können frei im Wasser schwimmen oder an Oberflächen anhaften. Oft, wenn wir die freischwebenden Algen im Teich bekämpfen verstärkt sich das Wachstum der Fadenalgen.

Algen haben die selben Ansprüche wie unsere Pflanzen im Teich. Algen bedienen sich auch der Photosynthese. Sie benötigen Nährstoffe, Licht und CO² für ihr Wachstum. So sind also unsere Pflanzen Nahrungskonkurrenten zu den Algen. Hier muss man auch ansetzen um die Algen im Teich zu bekämpfen. Aber erstmal wollen wir uns den Wachstumszyklus der Algen im Gartenteich ansehen.

Im Winter ist das Pflanzenwachstum durch die niedrigen Temperaturen und das fehlende Sonnenlicht nahezu zum erliegen gekommen. Bei steigenden Temperaturen beginnen als erstes die Algen zu wachsen die Teichpflanzen beginnen erst später. Dies führt bei vielen Gartenteichen zu einer Algenblühte, die sich aber, wenn das biologische System im Gleichgewicht ist, nach 4-5 Wochen wieder gibt. Über den Sommer kommt es meist zu weniger Problemen mit Algen, diese wachsen bei höheren Wassertemperaturen eher schlecht. Sollte es nach der Frühjahrs-Algenblühte zu weiteren starken Vermehrungen von Algen kommen, sind meist zu viele Nährstoffe im Gartenteich. Im Herbst, mit sinkenden Wassertemperaturen stellen Algen und Teichpflanzen das Wachstum ein.

Probleme die aus den Algen im Teich entstehen können

Das Wachsen der Algen in gewissem Rahmen ist erstmal kein Problem. Ganz ohne Algen funktioniert ein Gartenteich auch nicht. Aber wenn Algenblühten auftreten kommt es schnell zu Schwierigkeiten. Zum Einen entziehen die Algen dem Wasser zwar Tagsüber, wenn genügend Licht da ist, CO2 und produzieren Sauerstoff. Dieser Prozess kehrt sich aber Nachts um und die Algen verbrauchen Sauerstoff. Dies kann zu Sauerstoffmangel führen. Zum Anderen wird an Ende der Algenblühte viel Biomasse von den Abgestorbenen Algen zersetzt. Der Zersetzungsprozess verbraucht Sauerstoff und setzt Nährstoffe und Giftstoffe frei. Dies kann zu Sauerstoffmangel für unsere Fische führen oder den Teich sogar „umkippen“ lassen. Wenn ein Gartenteich bzw. das Wasser „umkippt“ meint das, es werden mehr sauerstoffliebende Bakterien im Wasser sein und es beginnt faulig zu riechen.

Wie bekämpfen wir Algen im Teich?

Algen brauchen Nährstoffe und Licht. Hier setzt die Strategie für einen algenfreien Gartenteich an. Einer der wichtigsten Nährstoffe für Algen im Wasser sind Phosphate. Wenn wir diese Nährstoffe dem Wasser entziehen, oder besser noch, im Füllwasser keine Phosphate vorhanden sind, können Algen nicht wachsen. Auch wenn wir die Sonneneinstrahlung dämmen verringern wir das Algenwachstum. Es gibt die Möglichkeit schon beim Befüllen des Teichs die Phosphate zu Binden. Entweder setzt man einen Phosphatreaktor beim Befüllen ein. Oder führt nach Befüllen des Teichs eine Phosphatfällung durch. Phosphatreaktoren rechnen sich nur für professionelle Teichbauer oder wenn man bei einem großen Teich regelmäßige Wasserwechsel durchführt. Für den normalen Gartenteich reicht es eine Phosphatfällung zu machen. Und gegebenen Falls, wenn die Phosphatwerte steigen sollten, Phospatbinder zu verwenden. Besser noch integriert man im Filterkreislauf eine Phosphatbindung. Dies läst sich einfach mit Zeolith erreichen.

Phosphate werden immer ins Wasser eingebracht. Durch Fischfutter und die Ausscheidungen der Fische, durch Staubeintrag, und Wassereintrag. Wenn der Teichfilter richtig dimensioniert ist und gut arbeitet werden diese Mengen permanent umgewandelt bzw. abgebaut.

Chemische Bekämpfung der Algen im Teich

Der Einsatz von Algenvernichtern und chemischen „Mittelchen“ zur Algenunterdrückung kann immer nur eine Notlösung sein. Wenn man viele Algen im Teich hat, stimmt mit dem biologischen Gleichgewicht etwas nicht! Aber Vorsicht! Viele der angepriesenen „natürlichen“ Wundermittel schädigen die Biologie nachhaltig. Manche sind sogar hoch giftig für Pflanzen, Fische und Menschen. So werden oft Mittel mit Kupfersulfaten oder Geräte die Kupferionen freisetzen zur Algenvernichtung angepriesen. Kupfer ist auch in kleinen Mengen ein starkes Gift für Pflanzen und Fische. Auch die nützlichen Bakterien werden schon bei geringen Dosen geschädigt.

Natürlich müssen abgestorbene Pflanzen und der Schlamm, der sich über die Zeit am Boden des Teichs absetzt, regelmäßig entfernt werden. Entfernen sie alle toten Pflanzen aus dem Teich. Algen im Gartenteich haben dann wenig Chancen. So entnehmen wir dem Kreislauf die Nährstoffe, bevor sie wieder freigesetzt werden. Gut ist es wenn man zumindest im Herbst die Pflanzen zurück schneidet, alles an Laub und abgestorbenen Pflanzen und den Schlamm entfernt.

Da ein Gartenteich ein fast geschlossenes System darstellt werden sich über die Zeit Schadstoffe anreichern. Diese können wirkungsvoll mit einem Eiweißabschäumer entfernt werden. Aber ein (Teil)Wasserwechsel ist von Zeit zu Zeit dennoch angebracht. Wichtig ist dabei dass das Füllwasser möglichst Nährstoffarm ist. Leitungswasser und Brunnenwasser können erhebliche Mengen an Phosphaten enthalten. Übrigens. Wenn man alle Algen im Teich abtötet, hat man zwar klares Wasser aber auch einen toten Teich.

Foto: Dagobert Wiedamann


Kommentar

Kommentar (4)
Lehmkau (16.10.2011)
Kommentar: Eingehend auf Ihren interessanten Artikel über Algen im Koi-Teich, auch mich stören Algen, wenn ich sie mit dem Kescher abfische sehen sie wie Kuhshit. aus. Mein Phosphatgehalt ist viel zu hoch. Was kann ich im Koi-Teich als Fällungsmittel benutzen bzw. als Phosphatbinder benutzen. MfG .U.Lehmkau
Teichbauprofi (16.10.2011)
Kommentar: Hallo Herr Lemkau, am einfachsten kann man das Phosphat mit Zeolith binden. Vonj einer chemischen Phosphatfällung halte ich nichts, wenn schon Fischbesatz im Teich ist. Einfach das Zeolith in den Wasserkreislauf setzen. Am besten in der letzten Filterkammer, oder wenn das nicht möglich ist in einem abgedeckten Eimer oder Tonne und das Wasser vom Filter dort durchlaufen lassen. Je nach Volumen und Phosphatgehalt braucht man mehr oder weniger Zeolith. Ich hab immer je m³ Wasser etwa 10kg Zeolith genommen. Wenn die Phosphatbindung nachläßt, muss man das Zeolith tauschen. Ich hoffe das hilft Ihnen etwas weiter. Sollten sie noch fragen haben, dann einfach nochmal melden.
o kriegner (27.05.2013)
Kommentar: ich habe einen betonierten Teich(früher Löschteich) mit 600 Kubikmeter. die einzige Methode zur Bekämpfung der algen ist absaugen und filtern.nach der algenwut kann ich bereits jetzt wieder ca. 1m hinabsehen. was man braucht ist geduld. die bisher eingesetzten Chemikalien hat nur dem erzeuger geholfen, aber den Teich nicht. Vorsicht, der 50kg sandfilter, ist alle 3 bis 5 stunden rückzuspülen. außerdem führe ich nur mehr Regenwasser zu.. ich bin jetzt mit 66 und zufrieden. ing kriegner Rechtschreibfehler altersbedingt. schreibe nur mehr Kleinbuchstaben. wie soll es sonst mit einem finger doch auch sein.
Christian Narkus (02.06.2013)
Kommentar: Interessanter Artikel, danke Dagobert! In unserem Teich sind die lästigen Fadenalgen überall dort von selbst verschwunden, wo die Krebsschere sich ausgebreitet hat. Dort versuche ich nun, das sonst völlig überwucherte Hornkraut und auch die Wasserpest weiter zu vermehren, bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat. Dazu kommt zeitweise noch Eichhornia, die wohl auch viele Nährstoffe bindet und sicherlich leichter abzufischen ist als die Fadenalgen. Letztere fische ich übrigens mit der "Algenhexe" heraus, das geht recht gut. Liebe Grüße Christian www.sieben-sterngedanken.de

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