Zerkariendermatitis
So sieht die Zerkariendermatitis nac etwa 4 Stunden am Bein eines Schwimmers aus.

Zerkariendermatitis

Zerkarien im Schwimmteich / Badeteich

Die Zerkarien-Dermatitis, auch als Weiherhibbel, Wasserhibbel und Hundsblattern bezeichnet, wird von Zerkarien der Gattung Trichobilharzia hervorgerufen. Diese Zerkarien sind eine Zwischenform eines Entensaugwurms (Trematoden). Die Symptome reichen von leichtem Juckreiz und kleinen mückenstichähnlichen Rötungen bis zu massiven, allergischen Hautreaktionen. Dies tritt meist einige Stunden nach dem Baden auf. Die Trichobilharzia Zerkarien sind das Larvenstadium eines Enten-Parasiten. Die Erkrankung bei den Enten wird auch „Entenbilharziose“ genannt. Die Zerkarien sind, auch wenn sie in die Haut eindringen, für Menschen ungefährlich.

Lebenskreislauf der Zerkarien

Zerkarie, Larve des Entensaugwurms. Die Zerkarien, oder eigentlich richtiger die Eier von Mirazidien, werden meist von Enten eingeschleppt. Mit dem Kot scheiden die Enten die Eier der Mirazidien genannten Larven aus. Diese Zwischenform des Saugwurm-Parasiten befällt nach dem Schlüpfen Schnecken als Zwischenwirt. In unseren Breiten hauptsächlich Schlammschnecken der Gattung Radix (Ohrschlammschnecken) und Lymnaea (Spitzschlammschnecken). Nach 4 – 6 Wochen, wenn die Wassertemperatur über 24° ist, geben die Schnecken die Zerkarien oder Gabelschwanzlarven ins Teichwasser ab. Diese Zerkarien befallen dann wieder Enten. Dazu dringen sie sich über die Haut an den Entenfüßen ein und setzen sich wieder als Saugwürmer in den Enten fest.

Fehlwirt Mensch

Der Mensch ist nicht das eigentliche Ziel der Zekarien. Wird aber oft fälschlich für einen Wirt gehalten. Nach Prof. Haas reagieren die Zerkarien auf die Körperwärme sowie auf Colesterin und Ceramide die der menschliche Körper ausscheidet. In der menschlichen Haut können die Zerkarienlarven nicht überleben. Erstmalige Infektion mit Zerkarien bleiben meist unbemerkt oder lösen nur einen leichten Juckreiz aus. Das Immunsystem bekämpft die Eindringlinge erfolgreich und bildet Abwehrmechanismen gegen diese. Manchmal kommt es nach mehrfachen Zerkarienbefall zu Überreaktionen des Immunsystems und es bilden sich große, juckende Pusteln. Die Zerkariendermatitis. Dagegen helfen in leichten Fällen kühlende Cremes. Bei stärkerem Hautausschlag ist ein Arztbesuch angeraten.

Bekämpfung der Zerkarien im Schwimmteich

Bei Schwimmteichen kann man schon beim Teichbau Maßnahmen gegen einen Befall mit Zerkarien ergreifen. Ansatz ist, wie bei allen Maßnahmen gegen Zerkarien, die Unterbrechung des Infektionskreislaufs.
Am Einfachsten ist es, wenn der Schwimmteich als Biopool gebaut wird. Biopools aben keinen Regenerationsbereich in dem Wasserschnecken leben. Somit ist der Entwicklungskreislauf schon Unterbrochen. Auch wenn Enten Trichobilharziaeier ins Wasser bringen, können diese keinen Zwischenwirt finden.

- Durch technische Einrichtungen wie Reiherschreck oder andere entenverteibende Maßnahmen kann man die Eiablage verhindern. Auch Hunde und Katzen im Bereich der Schwimmteichs vertreiben die Enten. Wasserspiele, die Wasser über den Teich spritzen können Enten auch nicht leiden.

- Das Abtrennen von Schwimmbereich und Regenerationsbereich, in dem die Zwischenwirte leben, bringt schon einiges an Verbesserung. Optimal ist es, wenn im Rücklauf vom Regenerationsbereich das Wasser durch einen Filter von den Zerkarien befreit wird. Zur Ausfiltrierung der etwa 0,8 mm langen Zerkarien eignen sich Vliesfilter und Sandfilter. Durch mechanische Belastung des Wassers zerstört die Larven ebenfalls. Fallhöhen von mehr als 40 cm auf eine Prallfläche sind hierfür schon ausreichend.

- Eine Bekämpfung der Zwischenwirte, der Wasserschnecken, ist im Schwimmteich nicht angezeigt. Die Wasserschnecken leisten einen wichtigen Beitrag zur Wasserklärung und beim Abbau von organischen Stoffen. Allenfalls kann man die Schnecken aus dem Schwimmbereich entfernen. Im Regenerationsbereich sollte man sie nicht bekämpfen.

- Eine wirksame Bekämpfung der Zerkarien mit UV-C-Bestrahlung ist bei klarem Teichwasser möglich. Es sind etwa 400J/m³ nötig um die Zerkarien ausreichend zu schädigen. Dafür sind je nach UV-System etwa 40 -50 Watt Nennleistung je m³ Durchfluss in der Stunde notwendig. Bei einer Pumpleistung von 10.000 l/h ist mit einer UV-C-Lampe von 400-500 Watt Nennleistung bei klarem Wasser zu rechnen. Ist das Teicwasser trüb muss man mit höheren Leistungen arbeiten. Vorteil der UV-C-Behandlung des Teichwassers ist, das neben den Zerkarien auch andere Keime und Schwebealgen bekämpft werden.

Abschließen kann man sagen, das eine Kombination aus den oben genannten Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Zerkarien am wirksamten sein wird. Vieles davon kann man schon beim Bau des Schwimmteichs ohne Mehrkosten berücksichtigen.

Vorbeugung gegen Zerkarieninfektionen

Im Handel gibt es seit einiger Zeit Hautcremes die mit dem Wirkstoff Niclosamid ein Eindringen der Zerkarien in die Haut verhindern sollen. Diese Niclosamid-Cremes sind in einem abgegrenzten Biotop wie einem Schwimmteich allerdings nicht unproblematisch. Durch den Eintrag von Fetten und Ölen belasten wir das Wasser zusätzlich. Am besten haben sich Cremes bewährt die auf Wasserfesten Sonnencremes basieren und mit Niclosamid angereichert werden. Die kann man sich bei der örtlichen Apotheke mischen lassen.

Foto: gemeinfrei


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