Seerose im Gartenteich: Sorten, Pflanztiefe und Pflege
Seerosen gehören zu den bekanntesten Schwimmblattpflanzen im Gartenteich. Ihre Blätter liegen auf der Wasseroberfläche, während Blüten je nach Sorte weiß, gelb, rosa oder rötlich erscheinen können. Entscheidend für eine dauerhaft schöne Pflanzung sind nicht nur die Blütenfarbe, sondern vor allem die passende Sorte, die Wassertiefe und genügend Platz. Dieser Ratgeber beschreibt Seerosen der Gattung Nymphaea und hilft bei Auswahl, Pflanzung und Pflege.
Eine Seerose im Gartenteich mit rosa/weißer Blüte
Foto: Teichbau-Profi
Auf einen Blick
- Seerosen werden nach ihrer ausgewachsenen Wuchsbreite und empfohlenen Pflanztiefe ausgewählt.
- Ein sonniger, möglichst ruhiger Platz fördert Wachstum und Blütenbildung.
- Junge Pflanzen werden häufig zunächst höher gestellt und später schrittweise abgesenkt.
- Ein Pflanzkorb begrenzt das Rhizom und erleichtert Pflege und Teilung.
- „Teichrose“ bezeichnet botanisch meist die Gattung Nuphar; Nymphaea ist die Seerose.
Seerose oder Teichrose: die Bezeichnungen
Im Alltag werden die Namen manchmal ungenau verwendet. Botanisch gehören Seerosen zur Gattung Nymphaea. Die Gelbe Teichrose heißt dagegen Nuphar lutea; sie ist mit Seerosen verwandt, aber eine andere Gattung. Auch die Weiße Seerose (Nymphaea alba) ist nicht gleichbedeutend mit jeder im Handel angebotenen Seerosensorte. Achte beim Kauf deshalb auf den vollständigen Sortennamen und die Angaben des Anbieters. Die hier gezeigte Pflanze wird als Seerose behandelt; aus dem allgemeinen Namen allein lässt sich keine bestimmte Sorte ableiten.
Standort, Licht und Wassertiefe
Für die meisten Seerosen ist ein sonniger Standort günstig. Im Schatten bilden sie oft weniger Blüten und können langsamer abtrocknen. Ruhiges Wasser ist besser geeignet als ein Platz direkt neben Fontänen oder starkem Einlauf: Spritzwasser und dauernde Bewegung können Blätter und Blüten beeinträchtigen. Plane außerdem Abstand zu Uferpflanzen ein, damit Schwimmblätter nicht dauerhaft überwachsen werden.
Die richtige Pflanztiefe richtet sich nach der Sorte und wird üblicherweise vom Rhizom beziehungsweise Korb bis zur Wasseroberfläche gemessen. Kleinwüchsige Sorten benötigen weniger Tiefe als großwüchsige. Verlasse dich daher nicht auf eine pauschale Maximalangabe: Vergleiche die Teichtiefe mit der Sortenbeschreibung. Bei frisch eingesetzten oder kleinen Pflanzen kann der Korb zunächst auf Steinen höher stehen. Wenn die Blätter kräftig wachsen, wird die Pflanze stufenweise auf ihre endgültige Tiefe abgesenkt. So müssen junge Blätter nicht sofort einen langen Weg bis zur Oberfläche zurücklegen.
Die passende Sorte für den Teich wählen
Eine große Seerose kann einen kleinen Gartenteich rasch mit Blättern bedecken. Das ist nicht nur eine Frage der Optik: Zu viele Schwimmblätter beschatten die Wasseroberfläche und lassen weniger Platz für andere Pflanzen. Für Miniteiche und Kübel eignen sich deshalb nur ausdrücklich kleinbleibende Sorten und ausreichend tiefe, breite Gefäße. In größeren Teichen kann eine kräftigere Sorte funktionieren, sofern ihre Ausdehnung eingeplant ist. Prüfe vor der Auswahl Wuchsstärke, Blütengröße, Blütenfarbe, empfohlene Tiefe und Winterhärte. Die Angaben können sich zwischen Sorten deutlich unterscheiden; Duft oder eine bestimmte Blütezeit sind ebenfalls keine verlässlichen Eigenschaften aller Seerosen.
Seerosen richtig einsetzen
Ein stabiler Wasserpflanzenkorb erleichtert die Begrenzung und spätere Pflege. Verwende ein für Wasserpflanzen geeignetes, nährstoffarmes beziehungsweise schweres Substrat nach Herstellerempfehlung. Setze das Rhizom so ein, dass die Knospe nicht tief vergraben wird; die genaue Ausrichtung richtet sich nach der Wuchsform. Eine dünne Abdeckung mit gewaschenem Kies kann verhindern, dass Substrat aufschwemmt. Fülle den Korb vorsichtig unter Wasser oder senke ihn langsam ab, damit möglichst wenig Erde in den Teich gelangt. Stelle ihn anfangs auf eine stabile Erhöhung, falls die Pflanztiefe für die junge Pflanze noch zu groß wäre.
Pflege, Rückschnitt und Teilung
Entferne vergilbte Blätter und verblühte Blüten mitsamt Stiel, soweit sie gut erreichbar sind. Schneide dabei nicht wahllos gesundes Laub ab: Es versorgt die Pflanze und beschattet einen Teil der Wasseroberfläche. Dünge nur mit ausdrücklich für Teiche geeigneten Wasserpflanzendüngern und strikt nach Packungsangabe; überschüssige Nährstoffe können unerwünschtes Algenwachstum fördern. Wenn eine Seerose den vorgesehenen Platz deutlich überschreitet, kaum noch blüht oder den Korb vollständig durchwurzelt hat, kann eine Teilung oder ein größerer Korb sinnvoll sein. Der geeignete Zeitpunkt und die Vorgehensweise hängen von Sorte und Witterung ab. Arbeite möglichst am Ufer in einer Wanne, statt den Teich für die Pflege abzulassen.
Überwinterung
Viele winterharte Seerosen können im Teich bleiben, wenn ihr Rhizom in ausreichend tiefem, nicht vollständig durchfrierendem Wasser liegt. Ob das am eigenen Standort genügt, hängt von Teichtiefe, Klima und Sorte ab. Für flache Schalen oder nicht winterharte Sorten ist ein geschütztes, frostfreies Winterquartier nötig; orientiere dich an den konkreten Sortenhinweisen. Entferne vor dem Winter abgestorbenes Pflanzenmaterial, ohne das Rhizom unnötig zu verletzen. Eine pauschale Angabe wie „150 Zentimeter genügt immer“ wäre deshalb nicht verlässlich.
Häufige Fragen zu Seerosen
Wie tief muss eine Seerose stehen?
Das hängt von der Sorte und der Größe der Pflanze ab. Maßgeblich ist die empfohlene Tiefe zwischen Rhizom beziehungsweise Korb und Wasseroberfläche. Bei jungen Pflanzen kann ein höherer Startplatz mit späterem Absenken helfen.
Warum blüht meine Seerose nicht?
Mögliche Ursachen sind zu wenig Sonne, eine ungeeignete Tiefe, starke Beschattung, ein sehr dichter Bestand oder ein überfüllter Korb. Prüfe diese Faktoren und die Sortenbeschreibung, bevor du düngst oder die Pflanze umsetzt.
Kann eine Seerose im Pflanzkorb wachsen?
Ja. Ein ausreichend großer, stabiler Wasserpflanzenkorb begrenzt das Rhizom und macht die Pflanze handhabbarer. Die Korbgröße muss zur Wuchsstärke der Sorte passen.
Ist die Teichrose dasselbe wie die Seerose?
Nein. Die Namen werden umgangssprachlich verwechselt, botanisch steht „Teichrose“ meist für Nuphar, während Seerosen zur Gattung Nymphaea gehören.
Passende Pflanzen für verschiedene Teichzonen
Für den feuchten Randbereich passen etwa die Sumpfdotterblume und die Wasserschwertlilie. Als weitere markante Uferpflanze kommt die Pfeilkraut infrage. Für eine Unterwasserzone lässt sich die Wasserpest betrachten; die frei schwimmende Krebsschere hat dagegen andere Ansprüche als eine im Korb gesetzte Seerose. Weitere Arten und ihre Einsatzbereiche findest du in der Übersicht der Teichpflanzen.