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Libellen und Libellenlarven am Teich

Libellen fallen durch ihren schnellen Flug auf – doch den größten Teil ihres Lebens verbringen viele Arten als Larve im Wasser. Für Teichbesitzer ist dieser Wechsel zwischen Unterwasserwelt und Ufer ein guter Grund, den Teich nicht nur als Becken, sondern als vielfältigen Lebensraum zu planen. Welche Bereiche Libellen nutzen und wie du sie schonend förderst, hängt auch von der Art und den örtlichen Bedingungen ab.

Libellen Blaue Libelle Foto: Dagobert Wiedamann für Teichbau-Profi.de

Vom Ei zur flugfähigen Libelle

Libellen gehören zur Ordnung Odonata. Je nach Art werden Eier in Pflanzengewebe eingestochen, an oder in Gewässernähe abgelegt oder direkt ins Wasser gegeben. Aus ihnen schlüpfen Larven, die räuberisch leben und sich mehrfach häuten. Die Larvenzeit dauert je nach Art und Bedingungen unterschiedlich lang; pauschale Angaben für alle Libellen sind daher nicht sinnvoll. Während dieser Zeit bleiben die Tiere meist verborgen zwischen Pflanzen, am Gewässergrund oder in anderen Strukturen.

Ist die Entwicklung abgeschlossen, klettert die Larve aus dem Wasser an einem Halm, Stängel oder einer anderen geeigneten Struktur hinauf. Die erwachsene Libelle schlüpft aus der Larvenhaut, entfaltet ihre Flügel und benötigt anschließend Zeit zum Aushärten. Die leere Hülle – die Exuvie – bleibt oft am Halm zurück. Lass solche Strukturen möglichst stehen: Sie dienen als Kletterhilfe und machen den Schlupf sichtbar, ohne dass du die Tiere fangen musst.

Was Libellenlarven fressen

Libellenlarven sind Ansitzjäger. Sie erbeuten kleine Wassertiere, die sie überwältigen können; Nahrung und Beutegröße unterscheiden sich nach Art und Entwicklungsstadium. Auch erwachsene Libellen jagen andere fliegende Insekten. Das macht sie zu einem natürlichen Teil des Nahrungsnetzes, aber nicht zu einer verlässlichen Methode gegen Mücken oder andere unerwünschte Tiere.

In einem Fischteich können Larven und Fische einander als Teil des Nahrungsnetzes begegnen. Ob eine Larve einen sehr kleinen Fisch erbeuten kann, hängt unter anderem von Art und Größenverhältnis ab. Umgekehrt fressen Fische auch Libellenlarven. Daraus folgt keine pauschale Gefahr für den Fischbestand. Wer möglichst viele Insektenstadien fördern möchte, sollte vielmehr bedenken, dass ein stark besetzter Fischteich weniger Rückzugsraum für manche Kleintiere bietet.

Teich für Libellen sinnvoll gestalten

  • Flache Ufer und unterschiedliche Tiefen: Gestalte – soweit zum Teichzweck passend – Übergänge statt überall steiler, glatter Wände. Flachwasserzonen erwärmen sich schneller und bieten verschiedene Bereiche für Pflanzen und Kleintiere.
  • Pflanzen und Stängel: Setze standortgerechte Wasser- und Uferpflanzen ein und erhalte einzelne aufrechte Stängel als Sitz-, Eiablage- oder Schlupfstrukturen. Welche Pflanzen genutzt werden, ist artspezifisch; eine einzelne Pflanze lockt nicht automatisch eine bestimmte Libelle an.
  • Struktur statt sterile Fläche: Kleine geschützte Bereiche mit Pflanzen und unterschiedlichen Oberflächen bieten Larven Verstecke. Eine abwechslungsreiche Gestaltung ist meist hilfreicher als ein vollständig freigeräumtes Ufer.
  • Sicherer Ausstieg: Wo steile Beckenwände vorhanden sind, können geeignete Ausstiegshilfen Tieren den Weg aus dem Wasser erleichtern. Plane sie so, dass sie stabil sind und den Betrieb des Teichs nicht beeinträchtigen.

Bei einem Schwimm- oder Fischteich müssen Naturnähe, Nutzung, Wassertechnik und Sicherheit zusammenpassen. Eine Pflanzzone oder ein flacher Rand sollte daher so angeordnet werden, dass sie die gewünschte Nutzung nicht behindert. Mehr zu anderen Bewohnern findest du in der Übersicht der Kleinlebewesen im Teich.

Pflege: beobachten und Eingriffe begrenzen

Wenn du Libellen fördern möchtest, vermeide unnötiges Ausräumen und vollständiges Zurückschneiden aller Uferpflanzen. Entferne abgestorbene Pflanzenteile gezielt und abschnittsweise, sofern es für die Teichpflege erforderlich ist. So bleiben Rückzugsbereiche erhalten. Bei einer notwendigen Reinigung kontrolliere Pflanzenmaterial vorsichtig und gib entnommene Tiere und geeignete Pflanzenreste möglichst zeitnah an einer geschützten Stelle desselben Gewässers zurück, sofern das sicher und sachgerecht möglich ist. Verteile kein Material in andere Gewässer, denn dadurch können auch unerwünschte Organismen verschleppt werden.

Fange Larven, Exuvien oder erwachsene Libellen nicht für die Beobachtung heraus. Ein Foto aus etwas Abstand genügt meist. Wenn du eine Art bestimmen willst, notiere Datum, Wetter, Fundort und auffällige Merkmale; eine sichere Bestimmung gelingt häufig erst anhand mehrerer Merkmale. Bei Unsicherheit helfen regionale Naturschutz- oder Fachstellen. Schutzbestimmungen können je nach Art und Ort gelten; störe oder entnimm Tiere deshalb nicht.

Libellen am Gartenteich beobachten

Am besten beobachtest du an warmen, windarmen Tagen vom Ufer aus. Achte auf wiederkehrende Sitzplätze, Patrouillenflüge, Paarungsräder und frisch geschlüpfte Tiere an Pflanzen. Eine Kamera mit Zoom ist weniger störend als das Betreten der Uferzone. Kinder können besonders gut Exuvien suchen, ohne sie abzunehmen. Auch ein kleines Beobachtungsprotokoll über mehrere Wochen zeigt, dass Arten und Aktivität im Jahreslauf wechseln.

Häufige Fragen

Wie lange leben Libellenlarven im Teich?

Das ist je nach Art und Umweltbedingungen verschieden. Manche Arten entwickeln sich innerhalb eines Jahres, andere benötigen deutlich länger. Eine allgemeingültige Dauer lässt sich nicht angeben.

Schaden Libellenlarven meinen Fischen?

Libellenlarven jagen kleine Wassertiere; bei sehr kleinen Fischen ist eine Begegnung als Beute grundsätzlich möglich. Fische fressen ihrerseits Larven. Das tatsächliche Verhältnis hängt von Arten, Größen und Teichgestaltung ab und rechtfertigt keine pauschale Bewertung.

Welche Pflanze brauche ich, damit Libellen kommen?

Es gibt keine einzelne Universallösung. Libellenarten nutzen unterschiedliche Pflanzen und Eiablagesubstrate. Eine standortgerechte, vielfältige Bepflanzung mit geeigneten Stängeln und ruhigen Uferbereichen bietet bessere Voraussetzungen als eine vermeintliche Lockpflanze.

Soll ich die Larvenhaut entfernen?

Nein, sie ist unproblematisch und ein spannender Hinweis auf einen erfolgreichen Schlupf. Lass sie nach Möglichkeit am Halm und vermeide es, dafür die Uferpflanze zu beschädigen.

Hilft ein libellenreicher Teich gegen Mücken?

Libellen und ihre Larven fressen verschiedene kleine Insekten, darunter je nach Art auch Mücken. Sie kontrollieren Mücken aber nicht zuverlässig allein. Ein ausgewogenes Gewässer bietet vielen Arten Lebensraum, ohne eine bestimmte Schädlingsfreiheit zu garantieren.

Auch Frösche und Kröten nutzen Gartenteiche als Lebensraum. Hinweise zu ihrer Entwicklung und zu einer schonenden Teichgestaltung findest du auf der Seite Frösche und Kröten am Gartenteich.