Welchen Teichfilter brauche ich für x Liter Teichvolumen?
Mutag BioChips - Große Oberfläche für die Bakterien im Teichfilter

Welchen Teichfilter brauche ich für x Liter Teichvolumen?

Gleich mal vorneweg für so eine Anfrage brauchen wir mehr Informationen. Die Wassermenge im Teich hat so gut wie keinen Einfluß auf die Auslegung des Teichfilters. Leider machen die Meisten Hersteller solche Angaben. Aber nicht die Wassermenge sondern die Menge an Nährstoffen und Schmutz die aus dem Wasser entfernt bzw. umgewandelt werden müssen sind das entscheidende Kriterium.

Je nach Art des Teichs werden unterschiedlich Mengen an Stoffen anfallen. Bei einem Gartenteich, der gut bepflanzt ist und keine Fische beherbergt braucht man keine Filteranlage vorsehen. Gerade bei einem naturnahen Teich ist das Pumpen und Filtern ehre kontraproduktiv. Siehe Artikel zu naturnaher Gartenteich. Die Nährstoffe die über Staubeintrag und Einwehungen oder über Oberflächenwasser in den Teich kommen werden dort sicherlich von den vorhandenen Pflanzen aufgenommen.

Bei einem Fischteich bringen wir erheblich Schad- und Nährstoffe durch das Fischfutter ein.

Unsere Fische und andere Wasserorganismen geben über die Kiemen und Ausscheidungen Ammonium an das Wasser ab. Auch bei der Zersetzung von Pflanzenresten wird Ammonium als Endprodukt des bakteriellen Prozesses freigesetzt. Im Teichfilter wird dieses Ammonium durch Sauerstoff liebende Bakterien umgewandelt. Nitrosomonas Bakterien wandeln Ammonium zu Nitrit und Nitrobacter Bakterien wandeln dieses Nitrit weiter zu Nitrat. Nitrat ist für das Leben im Teich ungiftig. Diese biologische Ammoniumoxidation im Teichfilter wird Nitrifikation genannt und ist ein wichtiger Teil der Selbstreinigung, auch von natürlichen Gewässern. Ammoniak (Ammonium) ist für Teichfische schon in Konzentrationen ab 0,5 mg/Liter giftig.

Somit ist die korrekte Kenngröße für einen Teichfilter, neben der mechanischen Filterleistung, die Ammonium-Abbauleistung oft auch Nitrifikationsleistung genannt. Aus einem Kilo Fischfutter produzieren unsere Fische und andere Teichlebewesen etwa 20g - 40g Ammonium, die der Teichfilter bzw. die Bakterien im Teichfilter abbauen müssen.

Neben dem Ammoniumgehalt des Wassers muss auch das Phosphat beachtet werden. Durch Zersetzung von Biomasse und über Füllwasser, Regenwasser und Windeintrag und leider oft auch über das Fischfutter reichert sich das Wasser mit Phosphaten an. Phosphate sind gute Pflanzendünger und führen wenn der Phosphatgehalt des Wassers zu hoch ist zu einem übermäßigem Algenwachstum. Pflanzen nehmen beim Wachsen Phosphate auf. So sind die Wasserpflanzen die besten Phosphatbinder. Allerdings nur, wenn die erzeugte Biomasse aus dem Kreislauf genommen wird. Im Teichfilter gibt es keinen biologischen Prozess für eine nennenswerte Phosphatumwandlung. Wir können die Phosphate nur an mineralische Filtermedien binden oder durch ein Phosphatfällung aus dem (Füll)Wasser bekommen.

Wie groß muss denn der Teichfilter jetzt sein?

Eine genaue Berechnung der nötigen Filterleistung ist recht komplex. Wir wollen hier eine einfache Faustformel aufstellen. Die ist in extremen Fällen allerdings nicht anzuwenden. Sprich sehr hohen Fischbestand oder starke Einträge von Dünger über Oberflächenwasser und so weiter. Für den normalen Gartenteich oder Koiteich sollte diese Faustformel aber ausreichend sein.

Entscheidend ist die Oberfläche die von den nitrifizierenden Bakterien besiedelt wird. Diese ist abhängig vom Filtermedium. Die Spezifischen Oberflächen werden bei den verschiedenen Filtermedien meist angegeben. Um 1 g Ammonium Abzubauen brauchen wir etwa eine Oberfläche von 4 m² auf der die Bakterien siedeln können.

Für die Fütterung von Koi werden bei erwachsenen Fischen etwa 0,5% bis 2% Futter vom Lebendgewicht der Fische empfohlen. Nehmen wir an wir bringen 100g Futter in den Teich, dann ergibt das etwa 4g Ammonium das wir mit einer Filterfläche von 16 m² zu Nitrat umwandeln können. Daraus ergeben sich bei den Japanmatten etwa 0.08 m³ benötigtes Filtervolumen. Bei Mutag Biochips währen das nur noch 0,006 m³. Um die maximale Filterleistung zu erhalten, benötigt der Prozess auch Sauerstoff, den wir am besten direkt vor dem Filter über einen Sprudler in das Wasser einbringen. Erfahrungsgemäß wird außer bei einem Moving Bed Filter nicht die ganze Oberfläche durchströmt so dass man bei einem Patronenfilter und Filtern mit fest stehendem Filtermaterial das Filtervolumen mit dem Faktor 1,6 multipliziert. So ergibt sich für den Filter mit Japanmatten ein nötiges Volumen von 128 Litern.

Einige spezifische Oberflächen von Filtermedien die für die Ansiedlung von nitrifizierenden Bakterien geeignet sind.
Japanmatten 210 m²/m³
Kaldness K1 830 m²/m³
Schaumstoff grob 300 m²/m³
Schaumstoff mittel 450 m²/m³
Schaumstoff fein 700 m²/m³
Mutag BioChip 3000 m²/m³

Wir empfehlen die Filtervolumen großzügig nach oben zu korrigieren damit auch der Zuwachs an Fischen und extreme in den Temperaturen, die die Filterleistung auch beeinflussen aufgefangen werden. Wichtig ist, das die vom Hersteller genannten Durchströmvolumen eingehalten werden und wie schon gesagt die Sauerversorgung der Bakterien sicher gestellt ist. Vor dem biologischen Teil des Filters ist eine entsprechende mechanische Filterung vorzusehen. Weiter Infos zu verschiedenen Teichfiltern finden sie in unter Teichtechnik/Teichfilter

Einen guten „Koi-Rechner“ um das Gewicht der Fische zu ermitteln gibt’s auf der Seite von Schroedi

Foto: Dagobert


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