Kleinlebewesen im Teich: Insekten, Plankton und Amphibien
Ein Gartenteich ist mehr als Wasserfläche und Fischbecken: Zwischen Pflanzen, an der Oberfläche und im freien Wasser leben zahlreiche kleine Tiere. Manche fallen sofort auf, andere sind nur mit einer Lupe oder als Bewegung im Wasser zu erkennen. Zusammen bilden sie ein Nahrungsnetz, das sich mit Jahreszeit, Wassertiefe, Pflanzenbestand und Fischbesatz verändert.
Libellen am Teich
Foto: TB
Welche Kleintiere leben im und am Teich?
Libellen und andere Insekten
Libellen verbringen einen großen Teil ihres Lebens als Larven unter Wasser. Je nach Art dauert diese Entwicklungsphase unterschiedlich lang. Die Larven lauern zwischen Pflanzen oder am Gewässergrund auf kleine Beutetiere; später verlassen sie das Wasser und schlüpfen an Halmen oder anderen festen Strukturen. Auch ausgewachsene Libellen, Wasserläufer, Rückenschwimmer, Wasserkäfer und ihre Larven gehören zu den typischen Teichbewohnern. Sie nutzen verschiedene Bereiche und ernähren sich nicht alle gleich.
Ein ruhiger, strukturreicher Teich mit Pflanzen, Stängeln und geeigneten Ausstiegsstellen bietet vielen Insekten Lebensraum. Beobachten Sie schlüpfende Tiere möglichst aus etwas Abstand und lassen Sie Larven, Häute und Pflanzen stehen, statt sie aus Neugier herauszufischen.
Wasserflöhe und anderes Plankton
Wasserflöhe und Rädertiere gehören zum Zooplankton: winzige Tiere, die frei im Wasser schweben. Sie nehmen je nach Art unter anderem Algen, Bakterien und feine Schwebstoffe auf und dienen ihrerseits anderen Kleintieren und Fischen als Nahrung. Wasserflöhe können die Menge bestimmter Schwebealgen begrenzen, besonders wenn die Bedingungen im Teich für sie günstig sind. Sie sind jedoch kein verlässliches Mittel, mit dem sich jede Trübung oder jedes Algenproblem beseitigen lässt.
Plankton ist oft kaum mit bloßem Auge zu erkennen. Eine grünliche Wasserfarbe allein sagt nicht, welche Organismen vorhanden sind oder ob der Teich aus dem Gleichgewicht geraten ist. Vermeiden Sie daher pauschale Eingriffe auf Grundlage einer einzelnen Beobachtung.
Schnecken, Muscheln und weitere Bewohner
Wasserschnecken weiden je nach Art Algenbeläge und Biofilm ab und verwerten abgestorbenes Pflanzenmaterial. Sie sind Teil der natürlichen Lebensgemeinschaft, aber keine „Reinigungsgeräte“: Wie viele Tiere vorkommen, hängt unter anderem von Nahrung, Pflanzen, Wasserbedingungen und Fressfeinden ab. Mehr zu heimischen Arten lesen Sie bei den Schnecken im Teich.
Kleine Muscheln können im Boden oder zwischen Pflanzen leben und Nahrungspartikel aus dem Wasser filtern. Ihre Ansprüche unterscheiden sich stark; manche Arten sind geschützt oder für gewöhnliche Gartenteiche ungeeignet. Setzen Sie Muscheln deshalb nicht ohne sichere Artbestimmung und Prüfung der Herkunft ein.
Amphibien und ihre Larven
Frösche, Kröten und Molche nutzen geeignete Gartenteiche zur Fortpflanzung oder als Teil ihres Lebensraums. Laich und Kaulquappen erscheinen meist saisonal. Ob Amphibien einwandern und sich dauerhaft halten, hängt von vielen Faktoren ab – etwa von Fischbesatz, Ufergestaltung, Umgebung und vorhandenen Verstecken. Fische können Laich und Larven fressen; zugleich ist nicht jeder Teich als Amphibiengewässer geeignet.
Laich, Kaulquappen und erwachsene Amphibien sollten nicht umgesetzt oder aus der Natur entnommen werden. Für viele Arten gelten Schutzbestimmungen. Lassen Sie Tiere selbst ein- und auswandern und informieren Sie sich bei Unsicherheit bei der örtlichen Naturschutzbehörde.
Warum sind Kleinlebewesen wichtig?
Kleintiere verbinden verschiedene Ebenen des Teich-Nahrungsnetzes: Sie fressen Algen, Mikroorganismen oder abgestorbenes Material und werden selbst zur Nahrung für größere Tiere. Insektenlarven und Plankton können Fischen als Nahrung dienen; ausgewachsene Insekten verlassen das Wasser und werden an Land zur Beute. Diese Vorgänge tragen zum Stoff- und Nährstoffkreislauf bei, ersetzen aber weder eine passende Teichpflege noch eine sorgfältige Kontrolle bei Fischhaltung.
Die Vielfalt macht einen Teich zudem spannender zu beobachten. Unterschiedliche Pflanzenzonen, flache Uferbereiche und ungestörte Rückzugsorte schaffen Lebensräume für verschiedene Arten. Eine gute Bepflanzung am Teich bietet dafür Struktur und Deckung; welche Pflanzen passen, hängt von Standort und Teichzone ab.
Kleinlebewesen fördern und schonend beobachten
- Gestalten Sie Ufer und Wasser mit unterschiedlichen Tiefen und heimischen, standortgerechten Pflanzen.
- Lassen Sie einen Teil der Ufervegetation ungestört und vermeiden Sie, den gesamten Teich gleichzeitig auszuräumen.
- Beobachten Sie Tiere zunächst am Ufer; für kurze Kontrollen genügt ein weißes Gefäß mit etwas Teichwasser. Setzen Sie entnommene Tiere umgehend an genau derselben Stelle zurück.
- Vermeiden Sie unnötige chemische Mittel und großflächige Eingriffe, die auch erwünschte Organismen treffen können.
- Bringen Sie keine Tiere, Pflanzen oder Laich aus anderen Gewässern ein. Unbekannte Arten können sich ausbreiten oder Krankheitserreger übertragen.
- Füttern Sie Fische sparsam. Futterreste und Ausscheidungen können zusätzliche Nährstoffe eintragen und das Algenwachstum fördern.
- Entfernen Sie abgestorbene Pflanzenreste bedarfsgerecht und lassen Sie entnommenes Material am Ufer kurz liegen, damit darin befindliche Kleintiere zurück ins Wasser gelangen können.
Wann ist ein Eingriff sinnvoll?
Viele Larven, Schnecken oder Wasserinsekten sind kein Zeichen für einen Schaden, sondern gehören zu einem lebendigen Teich. Greifen Sie nicht allein deshalb ein, weil Sie eine Art nicht kennen oder nur wenige Tiere sehen. Entscheidend sind Zweck und Zustand des Teichs: In einem Schwimmteich gelten andere Anforderungen als in einem naturnahen Gartenteich oder einem Fischteich.
Wenn Fische auffällig atmen, apathisch wirken oder sterben, behandeln Sie nicht vorsorglich gegen sichtbare Kleintiere. Prüfen Sie die Wasserbedingungen und holen Sie bei Bedarf fachkundige Hilfe ein. Ein Foto und eine genaue Beschreibung von Fundort, Verhalten und Jahreszeit können bei der Bestimmung helfen. Bei geschützten Arten oder einem möglichen Befall invasiver Arten wenden Sie sich an die zuständige Naturschutz- oder Fachstelle.
Häufige Fragen zu Kleinlebewesen im Teich
Sind Mückenlarven im Gartenteich immer unerwünscht?
Nein. Mückenlarven sind Teil des Nahrungsnetzes und dienen anderen Tieren als Nahrung. Ob sie sich stark vermehren, hängt von Bedingungen und Fressfeinden ab. Entfernen Sie nicht pauschal alle Larven; vermeiden Sie vielmehr unnötige Brutstätten mit dauerhaft stehendem Wasser außerhalb des Teichs.
Helfen Wasserflöhe gegen grünes Teichwasser?
Wasserflöhe können bestimmte Schwebealgen fressen und deren Dichte mit beeinflussen. Der Effekt ist abhängig von den jeweiligen Bedingungen und nicht garantiert. Bei trübem Wasser sollten Sie zunächst Ursachen wie Nährstoffeintrag, Fischfütterung, Sonneneinstrahlung und Pflanzenbestand betrachten, statt Tiere oder Mittel auf Verdacht einzusetzen.
Soll ich gefundene Tiere in den Teich setzen?
Nein, unbekannte Tiere sollten Sie nicht aus anderen Gewässern übertragen. Dabei können fremde Arten, Krankheitserreger oder Parasiten eingeschleppt werden. Lassen Sie eine natürliche Besiedlung zu und klären Sie bei einem gewünschten Besatz zuerst Art, Herkunft, Eignung und geltende Schutzregeln.