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Frösche und Kröten am Gartenteich: Laich, Lebensraum und Schutz

Frösche und Kröten am Gartenteich: Lebensweise, Laich und Rücksicht

Ein Gartenteich kann für heimische Amphibien ein Laichgewässer oder ein Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Wasser- und Landlebensraum sein. Ob sich Frösche, Kröten oder andere Lurche einstellen, hängt nicht nur vom Wasser ab: Auch passende Verstecke, erreichbare Landlebensräume und eine sichere Umgebung spielen eine Rolle. Nicht jeder Teich wird besiedelt, und ein einzelner Besuch bedeutet nicht automatisch, dass die Tiere dauerhaft bleiben.

Grasfrosch am Teich Grasfrosch am Teich Foto: TB

Welche Amphibien kommen an den Teich?

In Deutschland leben verschiedene Frosch-, Kröten- und Molcharten. Welche Art in einem Garten vorkommt, ist regional unterschiedlich und lässt sich aus der Entfernung leicht falsch bestimmen. Grün gefärbte Wasserfrösche halten sich häufig länger am Gewässer auf; andere Arten nutzen den Teich vor allem zur Fortpflanzung und verbringen einen großen Teil des Jahres an Land. Kröten sind ebenfalls Amphibien, unterscheiden sich aber in Aussehen, Verhalten und Laichform von Fröschen. Für eine sichere Bestimmung helfen gute Fotos aus respektvoller Entfernung oder eine örtliche Naturschutzfachstelle.

Laich, Kaulquappen und Entwicklung

Im Frühjahr wandern viele Amphibien zu geeigneten Gewässern. Frösche legen meist Laichballen ab, während Kröten ihre Eier häufig in langen Laichschnüren ablegen. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich im Wasser weiterentwickeln. Kaulquappen ernähren sich je nach Entwicklungsstadium und Art unter anderem von Algen und anderem organischem Material. Während der Metamorphose bilden sich Beine, der Schwanz bildet sich zurück und die Jungtiere wechseln schrittweise zum Landleben.

Laich und Kaulquappen sind empfindlich gegenüber Austrocknung, Verschmutzung und Störungen. Eine Entwicklung dauert nicht bei jeder Art gleich lang; Temperatur, Wetter und Art spielen mit hinein. Deshalb sollte man Laich nicht versetzen und Tiere nicht aus anderen Gewässern entnehmen. Ein Teich ist außerdem kein geeigneter Ort, um selbst gefangene oder gekaufte Amphibien auszusetzen.

Was einen amphibienfreundlichen Teich ausmacht

  • Flache Ufer und Ausstiegshilfen: Ein sanft ansteigender Rand erleichtert Tieren den Zugang und das Verlassen des Wassers. Steile, glatte Wände können zur Falle werden; bei bestehenden Becken helfen geeignete Ausstiegsmöglichkeiten.
  • Struktur und Verstecke: Uferpflanzen, naturnahe Randbereiche, Laub, Steine und Totholz bieten Deckung. Wichtig ist ein Umfeld, in dem sich Tiere auch außerhalb des Wassers verstecken können.
  • Zurückhaltender Einsatz von Chemie: Pflanzenschutzmittel, Dünger und Reinigungsmittel können über Regen oder Pflegearbeiten ins Wasser gelangen. Sie sollten nicht in Teichnähe eingesetzt werden, wenn sie Amphibien oder andere Wasserlebewesen beeinträchtigen können.
  • Fischbesatz bewusst planen: Fische können Amphibienlaich und Larven fressen. Ein fischfreier Naturteich bietet vielen Amphibien bessere Chancen. Raubfische als vermeintliche Lösung gegen Frösche einzusetzen ist keine verlässliche oder naturverträgliche Methode und kann andere Teichbewohner gefährden.
  • Pflege abschnittsweise durchführen: Bei Arbeiten im und am Teich sollte man Tiere und Laich vorher sorgfältig beachten. Nicht den gesamten Pflanzenbestand oder Bodenschlamm auf einmal entfernen; so bleiben Rückzugsräume erhalten.

Frösche im Teich: Was tun bei lautem Quaken?

Rufende Froschmännchen gehören bei manchen Arten und in der Fortpflanzungszeit zum natürlichen Verhalten. Die Lautstärke und Dauer unterscheiden sich; besonders in warmen Nächten kann das Quaken auffallen. Fangen, Umsiedeln oder das Zerstören von Laich ist keine angemessene Lösung. Auch Fische einzusetzen, um den Bestand zu reduzieren, kann das ökologische Gleichgewicht stören und löst das Problem nicht zuverlässig.

Wenn die Geräusche erheblich belasten, sollte zunächst geklärt werden, welche Tiere tatsächlich rufen und welche örtlichen Regeln gelten. Schutz und Eingriffsmöglichkeiten können von Art und Situation abhängen. Eine Naturschutzbehörde oder fachkundige Amphibienberatung kann hierzu Auskunft geben. Bei der Planung eines neuen Teichs lässt sich außerdem bedenken, dass ein naturnahes Gewässer Tiere anziehen kann.

Wie überwintern Frösche und Kröten?

Amphibien überwintern je nach Art und örtlichen Bedingungen an Land, im Boden, in Hohlräumen oder teilweise im Gewässer. Sie suchen geschützte Plätze auf und fahren ihre Aktivität stark herunter. Nicht alle Arten überwintern gleich, und nicht jedes Tier übersteht Frost auf dieselbe Weise. Laub-, Reisig- und Steinbereiche sowie ungestörte Randzonen können geeignete Verstecke bieten. Im Winter sollte man solche Strukturen möglichst nicht umgraben oder auseinandernehmen.

Häufige Fragen

Kann ich Kaulquappen in meinen Teich setzen?

Nein. Amphibien und ihr Laich sollten nicht aus der Natur entnommen und in einen anderen Teich gebracht werden. Tiere können dadurch geschädigt werden; außerdem unterscheiden sich rechtliche Vorgaben je nach Art und Situation. Gestalten Sie stattdessen den Lebensraum passend und warten Sie ab, ob Amphibien von selbst einwandern.

Fressen Frösche meine Fische?

Die Nahrung hängt von der Amphibienart und dem Entwicklungsstadium ab. Erwachsene heimische Frösche fressen überwiegend kleine wirbellose Tiere. Kaulquappen ernähren sich anders als erwachsene Tiere. Für typische Gartenteichfische sind Frösche in der Regel keine relevanten Räuber.

Verschwinden die Tiere nach der Fortpflanzung wieder?

Das ist möglich. Manche Amphibien nutzen den Teich hauptsächlich zur Fortpflanzung und ziehen danach in geeignete Landlebensräume weiter. Andere bleiben länger in Gewässernähe. Ein naturnaher Garten mit Verstecken und sicheren Übergängen zwischen Wasser und Land kann den Lebensraum ergänzen.

Weitere kleine Teichbewohner und ihre Rolle im Lebensraum beschreibt die Übersichtsseite zu Kleinlebewesen im Teich.